Der Astigmatismus wird auch als Hornhautverkrümmung bezeichnet. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen um einen regulären Astigmatismus. Bei einem regulären Astigmatismus ist die Krümmung der Hornhaut in einer Achse stärker, als die Krümmung der Hornhaut in einer 90° zu dieser stehenden Achse. Dadurch weist die Hornhaut einerseits zwei Brennpunkte auf, was zu Doppelkonturen führen kann. Andererseits ist das Sehen insgesamt sowohl beim Blick in die Ferne, als auch beim Blick in die Nähe verschwommen. Astigmatismus kommt von Stigma (lat.: der Punkt, astigma – kein Punkt) - Punkte werden zu Stäbchen verzogen, deshalb auch „Stäbchensichtigkeit“.

Der reguläre Astigmatismus ist bei etwa jedem dritten Menschen vorhanden, und damit der häufigste Grund für eine Brille vor dem vierten Lebensjahrzehnt.

Eine seltene Sonderform ist der irreguläre Astigmatismus. Hierbei zeigt die Hornhaut in mehreren verschiedenen Achsen unterschiedliche Krümmungen. Dieser irreguläre Astigmatismus findet sich bei Hornhautnarben nach Verletzungen und Entzündungen, sowie beim Keratokonus. Ein irregulärer Astigmatismus kann nicht mit einer Brille korrigiert werden. In solchen Fällen kann mit einer harten Kontaktlinse die Sehkraft verbessert werden. Wenn auch eine harte Kontaktlinse nicht mehr möglich ist, besteht die Möglichkeit einer Hornhauttransplantation.