Betrachten Sie diese Zeichnung aus der Nähe. Beachten sie die beiden gelben Flächen. Entfernen Sie sich nun etwa einen Meter von der Zeichnung und betrachten sie diese erneut. Erscheint sie immer noch so wie aus der Nähe? Die meisten Menschen sehen nun wahrscheinlich den Umriss der rechten gelben Fläche entsprechend der unregelmäßigen schwarzen Linie.

Illustration: Prof. Peter Kaiser, York University

 

Es wird vermutet, dass die Luminanz (Helligkeit) primär von Zäpfchen für lang- und mittelwelliges Licht (L- und M Zäpfchen) vermittelt wird. Zwischen den gelben und den weissen Bereichen von obigem Bild besteht wenig Kontrast. Das bedeutet, dass die Erregung der L-und M-Zäpfchen ungefähr gleich stark ist und der isoluminante Kontrast durch Zäpfchen für kurzwelliges Licht vermittelt wird. Das Auffüllungsphänomen bestätigt, dass die räumliche Auflösungsfähigkeit der Zäpfchen für kurzwelliges Licht schwach ist. Es demonstriert auch, dass Farbflächen dazu neigen, von L- und M-Zäpfchen-vermittelte Konturen bestimmt zu sein. Boynton hat dieses Phänomen vorausgesagt, bevor er es zum ersten Mal gezeichnet hat.