Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: die unterste, an der Augenoberfläche gelegene ist die Schleimschicht, darüber liegt die dickste Schicht – ein Wasserfilm, und den Abschluss zur Oberfläche bildet ein dünner Ölfilm. In den allermeisten Fällen ist der Ölfilm nicht stabil, sodass der Tränenfilm zu schnell aufreisst. Dieses Öl wird von den Meibomdrüsen produziert. Jeweils etwa 30 Meibomdrüsen liegen in den Lidkanten von Oberlid und Unterlid. Manchmal ist das Sekret der Meibomdrüsen zu dickflüssig und kommt deshalb nicht richtig durch die Ausführungsgänge auf die Augenoberfläche, dann fehlt dem Tränenfilm die Ölschicht.
Normalerweise dauert es 10 Sekunden vom Öffnen der Augen, bis die erste trockene Stelle auf dem Auge erscheint. Dies ist die sogenannte Tränenfilmaufrisszeit (BUT – break up time). Im Falle einer schlechten Ölphase des Tränenfilms, kann der Tränenfilm schon nach ein oder zwei Sekunden aufreissen.
Wenn nun die Luft sehr trocken ist (Föhnlage, Klimaanlage, Heizung im Auto) dann trocknen die Augen umso schneller an.
Bei konzentriertem Arbeiten (am Computer, beim Lesen, etc.) blinzelt man nicht mehr so oft, man beginnt zu starren. Deshalb kommt es gerade bei diesen Tätigkeiten zu den Sicca-Beschwerden.
Das Auge hat zwei Mechanismen um sich vor dem Antrocknen zu schützen: erstens, es wird mehr Tränenflüssigkeit produziert. Dies erklärt die paradoxe Situation, dass von Beschwerden eines trockenen Auges gesprochen wird, obwohl die Augen tränen. Zweitens: es wird mehr Schleim produziert. Dies kann dazu führen, dass die Augen am Morgen verklebt sind. Dieses verklebt sein, wird oft mit Eiter verwechselt. Ein leichtes Unterscheidungskriterium zwischen Schleim und Eiter: Schleim ist elastisch, er kann manchmal in Fäden aus dem Bindehautsack gezogen werden. Eiter ist nicht elastisch.
Warum ist nun der Tränenfilm bei manchen Personen weniger stabil, als bei anderen? Warum ist er bei dergleichen Person einmal besser, einmal schlechter?
Die Qualität des Tränenfilms muss als Anlage-bedingt betrachtet werden. So wie manche Personen eine trockenere Haut haben, als andere. Bei ein und derselben Person wechselt die Qualität des Tränenfilms ebenfalls. Hierbei spielen unter anderem Schilddrüsenhormone und Sexualhormone eine grosse Rolle. Dies ist der Grund, warum der Tränenfilm bei Frauen mit dem Menstruationszyklus schwankt. Und dies ist auch der Grund dafür, dass schwangere und stillende Frauen ihre Kontaktlinsen nicht mehr vertragen.
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