In manchen Fällen können die Beschwerden eines trockenen Auges trotz intensiver Pflegetherapie nicht ausreichend behandelt werden. Es kommt dann zu einer chronischen Bindehautentzündung mit immer wiederkehrenden akuten Phasen. Das ständige Antrocknen der Augenoberfläche führt dazu, dass oberflächliche Zellen absterben und dies aktiviert das Immunsystem. Es besteht also eine Bindehautentzündung nicht durch eine Infektion, oder wegen einer Allergie, sondern ganz banal, weil die Augen zu schnell antrocknen.

Wenn Pflegetropfen nicht mehr ausreichen, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, können entzündungshemmende Augentropfen eingesetzt werden. Hierbei stehen uns drei Substanzklassen zur Verfügung: 1. nicht-steroidale, antiinflammatorische Tropfen (Voltaren, Acular), 2. Ciclosporin A Augentropfen, 3. Steroide (Kortison). Die ersten zwei Substanzklassen sind nicht ausreichend wirksam. Kortison ist sehr gut wirksam in der Behandlung der Sicca-Beschwerden. Allerdings bestehen bei der Verwendung von Kortison-haltigen Augentropfen zwei grossen Gefahren: die Entwicklung einer Linsentrübung (Grauer Star), und die Erhöhung des Augendrucks (Grüner Star).

Deshalb muss bei der Behandlung von Sicca-Beschwerden mit Kortison sehr behutsam vorgegangen werden. Heutzutage stehen uns eine ganze Reihe unterschiedlich wirksamer Kortisontropfen zur Verfügung, welche sich in der Art von Wirkung und Nebenwirkungen unterscheiden.

Für die Behandlung akuter Exazerbationen einer Sicca empfehlen wir Fluorometholon. Dies ist ein Kortisonpräparat, welches schlecht in das Auge penetriert. Es bleibt also hauptsächlich an der Augenoberfläche. Dadurch sinkt das Risiko für eine Augendruckerhöhung erheblich. In Ausnahmefällen kann Fluorometholon 1x/Tag auch als Dauertherapie zur Behandlung einer therapieresistenten Sicca eingesetzt werden.