Der Patient kommt am Tag der Operation zur vereinbarten Uhrzeit in die Augenklinik Prof. Reis. Wenn die Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, kann der Patient normal frühstücken und auch alle Medikamente normal einnehmen. Im Falle einer Vollnarkose sollte der Patient ab Mitternacht nichts mehr essen und trinken. Nachdem sich der Patient am Empfang in der Operationsetage der Augenklinik gemeldet hat, wird er von einer Empfangsdame zur „Schleuse“, dem Umkleidebereich gebracht. Hier empfängt ihn eine Operationsschwester. Nachdem die Oberbekleidung abgelegt worden ist, erhält der Patient einen speziellen Kittel und Überschuhe und wird in den Operationsvorraum geführt. Hier legt sich der Patient in einen bequemen Stuhl und erhält die örtliche Betäubung. Je nach Art der Betäubung – durch Tropfen oder eine Injektion neben und hinter das Auge – ist auch die Beweglichkeit des Auges und der Lider, sowie das Sehen für etwa vier Stunden eingeschränkt. Zusätzlich erhält der Patient vor dem Eingriff eventuell ein leichtes Beruhigungsmittel. Nach diesen Vorbereitungen kommt der Patient in den Operationssaal. Während der Operation wird der Kreislauf durch die Messung des Pulses, des Blutdrucks, der Sauerstoffsättigung des Blutes und durch die Kontrolle des EKGs überwacht.
Die Kataraktoperation besteht aus mehreren Schritten. Um Entzündungen nach der Operation zu vermeiden, werden vor der Operation die Bindehaut und die Augenumgebung sorgfältig desinfiziert. Anschließend wird der Patient steril abgedeckt und eine sterile Folie über das Operationsfeld gebracht.
Im ersten Schritt wird das Auge am Hornhautrand durch einen 2.8 mm breiten Schnitt eröffnet (Abbildung 1).
Es wird dann die vordere Linsenkapsel mit einer Spezialpinzette kreisrund eröffnet (Rhexis, Abbildung 2a).
In Abbildung 2b erkennt man die Eröffnung der vorderen Kapsel besonders gut. Es handelt sich hier um eine sehr weit fortgeschrittene Linsentrübung (mature Katarakt). Durch Einsatz eines blauen Farbstoffes kann die vordere Linsenkapsel angefärbt und damit sichtbar gemacht werden.
Die getrübte Linse wird dann mit einem Ultraschallstift zerkleinert und in einem Saug/Spülverfahren entfernt (Phakoemulsifikation, Phakos, griechisch: Linse; Abbildung 3).
Dabei wird ständig mit einer sterilen Lösung gespült, um die Flüssigkeit, die dem Auge entnommen wird, zu ersetzen. Bei diesem modernen Verfahren bleibt der Kapselsack, das Gewebe, in dem sich die Linse befindet bis auf die vordere Eröffnung erhalten.
Die faltbare Kunstlinse wird dann in eine Spritze (Shooter) eingelegt, gefaltet (Abbildung 4) und anschließend über den kleinen Hornhautschnitt in den Kapselsack eingeführt (Abbildung 5).
Die faltbaren Kunstlinsen haben einen Gesamtdurchmesser zwischen 11-13 mm und sind aus weichem, gewebeverträglichem Kunststoff (Acryl oder Silikon) gefertigt.
Nachdem die Linse in das Auge gespritzt wurde, entfaltet sie sich langsam und kontrolliert im Augeninnern und verankert sich mit Hilfe ihrer Haptiken (kleine elastische Bügel) im Kapselsack (Abbildung 6).

- Grafik mit freundlicher Genehmigung Dr. Klein, Duisburg
Da der Schnitt nur 2.8 mm breit ist, und tunnelartig angelegt wird, muss der Schnitt am Ende der Operation nicht genäht werden. Durch den Augeninnendruck werden inner und äussere Tunnellefze aneinander gepresst. Der Tunnel wirkt wie ein Ventil.
Ein computergesteuertes, maschinelles System, welches während der Operation immer für gleich bleibende Druckverhältnisse im Auge sorgt, sowie die erfahrene Hand des Operateurs führen zu einer sehr hohen Sicherheit dieses Operationsverfahrens. Durch die hohen Anforderungen an das Hygienemanagement und an die Ausbildung des OP-Personals kommt es nur sehr selten zu Komplikationen.
Die Operationsdauer mit den entsprechenden vorbereitenden Maßnahmen beträgt bei noch nicht weit fortgeschrittener Linsentrübung durchschnittlich 20 Minuten.
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