In der Reis Augenklinik werden keine refraktiv-chirurgischen Eingriffe durchgeführt. Jede Entscheidung zu einer Operation ist ein Abwägen zwischen Nutzen und Risiko. Wenn mit Brille oder Kontaktlinse eine zufriedenstellende Sehkraft erreicht wird, und eine Augenoperation nur deshalb durchgeführt wird, damit man die Brille oder Kontaktlinse los wird, dann ist dies ein „Lifestyle-Nutzen“. In diesem Falle sollte im Hinblick auf die Nutzen-Risiko-Rechnung auch das Risiko ein „Lifestyle-Risiko“ sein. Das ist es aber nicht. Das Risiko, dass bei der refraktiven Augenoperation Schwierigkeiten auftreten liegt bei etwa 5%. Um dennoch dieses populäre Thema nicht unberücksichtigt zu lassen, wurde das Kapitel aus Wikipedia, http://www.wikipedia.de/ übernommen.

Unter dem Oberbegriff refraktive Chirurgie werden Augenoperationen zusammengefasst, die eine Brille oder Kontaktlinsen zur Korrektur der Brechkraft ersetzen sollen. Die Augenheilkunde kennt mehrere Operationsmethoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeit.

Seit dem 13. Jahrhundert sind Brillen der klassische Weg, um Sehschwächen zu korrigieren. Die refraktive Chirurgie ist dagegen noch relativ jung und wird ständig verbessert, wie man auch am Methodenspektrum sehen kann. Die ersten wirklich klinischen Studien zur Untersuchung chirurgischer Methoden zur „Modellierung“ der Kornea begannen in den 1930er-Jahren mit Experimenten zur radialen Keratotomie (RK). Schnitte in der Oberfläche der Kornea sollten diese mittels Destabilisierung abflachen, um Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Allerdings traten bei diesem chirurgischen Verfahren Komplikationen bei der Vernarbung der Kornea auf. Erst ab 1978 wurde die radiale Keratotomie vermehrt bei kurzsichtigen Menschen angewendet. Anstatt die Abflachung durch eine direkte Schwächung der Hornhaut mit tiefen Schnitten zu vollziehen, hat der Spanier Jose Iganacio Barraquer seit 1963 die Abflachung durch den flächigen Gewebeabtrag innerer Hornhautschichten verfolgt (Keratomileusis). 1986 wurde mit der photorefraktiven Keratektomie (PRK) erstmals ein Laser für den Abtrag eingesetzt. In den 1990er-Jahren wurde die PRK zur LASEK weiterentwickelt. 1989 wurde die Keratomileusis zum ersten Mal mit dem Excimerlaser als Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) kombiniert. Dieses Verfahren wird heute hauptsächlich eingesetzt. Die radiale Keratotomie wurde weitgehend von diesen Laserverfahren verdrängt. In Deutschland haben 0,2% der Bevölkerung ihren Sehfehler mittels refraktiver Chirurgie behandeln lassen (Stand 2004). Pro Jahr werden 25.000 bis 124.000 Operationen durchgeführt (je nach Quelle), mit steigender Tendenz. Eine ambulante Operation in Deutschland kostet derzeit 1.000-2.000 € pro Auge, die in den meisten Fällen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird.

Funktionsweise

Ziel aller Operationsmethoden (von radialer Keratotomie bis hin zu LASIK) ist, die zentrale Hornhaut gezielt zu verändern, um so die Lichtbrechung zu beeinflussen. Beispielsweise wird bei Kurzsichtigkeit die Hornhaut abgeflacht, wodurch einfallendes Licht schwächer gebrochen wird. Im Idealfall kommt so der Brennpunkt der optischen Einrichtung des Auges wieder auf der Netzhaut zu liegen. Das Ziel der Lichtbrechungsveränderung wird durch unterschiedliche Operationsmethoden erreicht.

Die Wahl der verwendeten Wellenlänge ist durch die spezifischen wellenlängenabhängigen Absorptionseigenschaften des Gewebes (Haut sowie Netzhaut, Hornhaut, Glaskörper und Linse des Auges) bestimmt. Durch die Fokussierung der Augenlinse ist die Gefahr im sichtbaren und besonders im angrenzenden infraroten Bereich erhöht.

Oberhalb von 1,4µm Wellenlänge wird die Strahlung großflächig in der Hornhaut absorbiert. Sie bietet einen Schutz für die Retina des Auges. Die Absorptionstiefe von weniger als 0,1mm bei 3µm Wellenlänge stellt sicher, dass nur die oberste Schicht der Hornhaut betroffen ist. Der Wellenlängenbereich von 1,5 bis 2µm heißt augensicher (engl. eye safe).

Wellenlängen unterhalb 1,4µm können nicht eingesetzt werden, da Hornhaut, Haut und darunter liegendes Gewebe im Bereich 1,2µm (Nahinfrarot) bis rot (700nm) teiltransparent sind. Es können hier tiefreichende Schädigungen auftreten, deren Entstehung aufgrund dort nicht vorhandenen Wärmeempfindens oft nicht bemerkt werden. Auch Netzhautschäden durch Laser-Strahlung im Nahinfrarot werden oft nicht bemerkt und erst durch für entsprechende Arbeitsplätze vorgesehene ärztliche Augenuntersuchungen entdeckt.

Chancen und Risiken

Kliniken, welche refraktive Chirurgie anbieten, geben gerne Erfolgsraten von über 95 % an. Sie beziehen dieses aber auf einen Bereich von ±1 Dioptrien und erfassen auch nicht die unten genannten Risiken. Die Chance, welche der Patient von refraktiver Chirurgie hat, ist die Korrektur von Fehlsichtigkeiten des Auges. Im besten Fall erreicht man Normalsichtigkeit (das heißt ±0,5 Dioptrien und Verbesserung des Visus) und kann ohne Hilfsmittel (Brille, Kontaktlinse) leben. Auf der anderen Seite stehen sowohl die normalen Risiken, die mit einer Operation einhergehen (Infektionen, und andere), als auch mögliche postoperative Einschränkungen am Auge:

  • Einschränkungen des Dämmerungs- und Nachtsehens durch reduzierte Kontrastsensitivität, Glare (Glanzeffekte) und Halos (Lichthöfe)
  • Kurz- bis langfristige Über- oder Unterkorrektur
  • Eine gestörte Wundheilung kann zu Komplikationen führen
  • In Einzelfällen: Ektasie („Ausleiern“ der Hornhaut), welche eine Hornhauttransplantation erforderlich machen kann
  • Trockene Augen
  • Flap-Komplikationen (bei LASIK)

Durch die ständige Weiterentwicklung der Technik sind richtige Langzeitstudien (das heißt länger als ein Jahr) nur bedingt aussagefähig. Beispielsweise lasern moderne Geräte auch einen Übergangsbereich, um die Risiken von Sehbeeinträchtigung zu reduzieren. Solche Verbesserungen sind in Langzeitstudien noch nicht eingeflossen. Da das Risiko von Sehbeeinträchtigungen nach einer Laserbehandlung auch von individuellen Risikofaktoren (etwa der Dioptrienzahl, flache Hornhaut, Pupillengrösse beeinflusst wird, sollte dieses bei jedem Patienten individuell abgeschätzt werden.

Spezielle Risiken bei LASIK-Verfahren sind Nebenwirkungen, die auftreten können, wie beispielsweise Missempfinden im gelaserten Hornhautareal, Blendung (Störung, besonders nachts, beispielsweise beim Autofahren) und schwankende Sehleistungen. Verbliebene Restsehfehler durch Unter– oder Überkorrektur können zum Teil durch eine Nachoperation korrigiert werden. Blendungserscheinungen (sog. Haze) durch Gewebsverdichtungen und Ablagerungen können zum Teil durch medikamentöse Behandlung behoben werden. Ein weiteres Risiko besteht in der späteren Aufweichung der Hornhaut, die sich dadurch vorwölbt (Keratektasie). Ein späteres Problem kann die unbeabsichtigte Ablösung des – nach heutigem Wissenstand lebenslang nicht wieder anwachsenden – Flaps bei (Sport-)Unfällen werden. Weiterhin gibt es über langfristige Folgen noch keine Studien.