Zystoides Makulaödem (Irvine-Gass Syndrom)

Nach der Operation kann es innerhalb weniger Tage zu einer erneuten, schmerzlosen Verschlechterung der Sehschärfe kommen. Mit einer Häufigkeit von etwa 2% kann sich eine Wassereinlagerung in der Mitte der Netzhaut (gelber Fleck = Makula) entwickeln. Mit einer drei Wochen dauernden Tabletten-Therapie (Indomethacin 2x50mg/Tag und Acetazolamid 2x125mg/Tag) kann die Sehschärfe wieder verbessert werden.

Netzhautablösung

Nach der Kataraktoperation kann es zu einer Netzhautablösung kommen. Der Augenhintergrund ist von einem Netzwerk aus Nervenzellen ausgekleidet – der Netzhaut. Die Netzhaut liegt durch Unterdruck auf der darunter liegenden Aderhaut. Im Falle eines Risses der Netzhaut kann Wasser unter die Netzhaut dringen – es kommt zu einer Netzhautablösung. Wenn die Netzhaut abgelöst ist, kommt es im Laufe von Tagen und Wochen zu einem Absterben der Sehnervenzellen, deshalb muss die Netzhaut durch eine Operation wieder zum Anliegen gebracht werden. Das Risiko für eine Netzhautablösung ist individuell verschieden. Man muss mit einer Netzhautablösung auf etwa 3000 Kataraktoperationen rechnen.

Durchblutungsstörungen

Das Auge muss von aussen mit Blut versorgt werden. Durch wechselnde Druckverhältnisse kann es während der Kataraktoperation zu einer Störung der Augendurchblutung bis hin zum Schlaganfall kommen. In dieser Situation wird die Sehkraft des Auges unwiederbringlich geschädigt. Mit einem derartigen, dramatischen Ereignis muss bei etwa einer von 5000 Operationen gerechnet werden.

Bakterielle Infektionen

Mit einer bakteriellen Infektion des Augeninneren muss bei ungefähr einer von 10000 Operationen gerechnet werden. In dieser Situatin kommt es innerhalb von Stunden oder Tagen nach der Operation zu einer rasch fortschreitenden Sehverschlechterung und Schmerzen. Diese Komplikation muss mit stark wirksamen Antibiotika rasch behandelt werden. Eventuell ist zusätzlich eine erneute Operation erforderlich, um die Kunstlinse wieder aus dem Auge zu entfernen und das Auge mit antibiotischer Lösung zu spülen.

Hornhauttrübung

Die Hornhaut – der Uhrglas-artige durchsichtige Teil des Auges ist deshalb durchsichtig, weil sie von einer Zellschicht auf der Innenseite der Hornhaut (Endothel) andauernd entwässert wird. Wenn diese Zellschicht nicht funktioniert, saugt sich die Hornhaut aus osmotischen Gründen mit Wasser voll (deshalb trüben die Augen nach dem Tode ein). Ist diese Zellschicht schon vor der Operation nur grenzwertig funktionstüchtig (wird als Fuchs sche Endotheldystrophie bezeichnet), kann die Operation dieses System zum Kippen bringen, die Hornhaut wird trüb – die Sehkraft wird schlechter. In dieser Situation kann eine Hornhauttransplantation notwendig werden. Dabei wird die eigene, trübe Hornhaut entfernt und eine Spenderhornhaut eingenäht.