Der grüne Star wird definiert durch einen erhöhten Augendruck, Veränderungen des Sehnerven und Gesichtsfeldausfälle. Um herauszufinden, ob sich ein Glaukomschaden anbahnt oder schon vorhanden ist, gibt es verschiedene diagnostische Verfahren. Diese Untersuchungsmöglichkeiten sind in der Augenklinik Prof. Reis vorhanden und werden von uns Ärzten sowie geschulten Mitarbeitern durchgeführt.
Die Augendruckmessung
Der Augendruck wird applanatorisch gemessen. Dabei wird die kugelige Hornhaut entweder mit einem Luftstoss oder mit einer Glasscheibe abgeflacht. Über den dafür benötigten Druck wird der Augeninnendruck mit Hilfe von Standardtabellen berechnet. In diese Berechung fliesst die Rigidität der Hornhaut mit ein, sodass diese Messung nur bei „Standardaugen“ eine exakte Messung erlaubt. Bei besonders kurzen Augen (erkennbar durch eine starke Weitsichtigkeit), oder Augen mit Hornhautveränderungen (Ödem, Narben) ist diese Druckmessung nicht mehr genau.
Eine spezielle Situation zeigt sich auch bei Augen nach Laserchirurgischen Eingriffen zur Behandlung einer Fehlsichtigkeit. Die Hornhaut dieser Augen ist dünner und weicher als vor der Operation, sodass hier falsch niedrige Drucke gemessen werden. Bei diesen Augen ist es besonders wichtig, dass der Augenarzt die Sehnerven und das Gesichtsfeld untersucht und beurteilt.
Die Gesichtsfelduntersuchung
Der Raum den man sieht, ohne die Augen zu bewegen ist das Gesichtsfeld. Es beträgt für beide Augen etwa 170 Grad. Wenn man die Sehschärfe überprüft, überprüft man nur die Mitte des Gesichtsfeldes. Bei einem Grünen Star können aber schon ausgeprägte periphere Gesichtsfeldausfälle bestehen, ohne dass der Patient dies bemerkt. Um derartige Ausfälle aufzudecken führen wir in der Augenklinik Prof. Reis Gesichtsfelduntersuchungen durch. Diese Untersuchungen sind subjektive Verfahren, in denen es auch auf die Konzentrationsfähigkeit des Patienten ankommt. Das Gesichtsfeld kann auf zwei Arten untersucht werden:
Kinetische Perimetrie (Goldmann): ein definierter Lichtreiz (heller Punkt) wird von außen kommend zur Mitte geführt bis der Patient ihn bemerkt. Dabei schaut der Patient in eine Halbkugel.

- Goldmann-Perimeter
Statische Perimetrie: Bei dieser Untersuchung schaut der Patient ebenfalls in eine Halbkugel. Ein Computer bietet ihm Lichtpunkte unterschiedlicher Größe und Helligkeit an, welche der Patient melden muss. Die Aufmerksamkeit wird ständig durch Fangfragen kontrolliert.
Tomographie des Sehnervenkopfes (Papille) mit dem HRT
Zur Beurteilung, ob der Sehnervenkopf schon geschädigt ist, wird dieser mit einem bildgebenden, computergesteuerten Verfahren vermessen. Es bedarf daher keiner wesentlichen Mitarbeit des Patienten. Dabei wird der Grad der Aushöhlung der Sehnerven festgestellt. Bei jährlichen Folgeuntersuchungen kann dann ein Fortschreiten bzw. Stillstand bei entsprechender Therapie festgestellt werden.
Nervenfaseranalyse (GDx)
Bei diesem bildgebenden, computergesteuerten Verfahren wird mit polarisiertem Licht die Qualität der Nervenfaserschicht der Sehnerven gemessen. Das GDx führt eine objektive Messung der Nervenfaserschicht durch, da es keine Mitarbeit des Patienten verlangt. Das GDx kann frühzeitig ein Glaukom anzeigen, auch wenn das Sehvermögen noch nicht beeinträchtigt ist. Bei jährlichen Folgeuntersuchungen kann dann ein Fortschreiten bzw. Stillstand bei entsprechender Therapie festgestellt werden.
Photographie des Sehnervenkopfes
Zur Diagnostik bei Verdacht oder Vorliegen eines Glaukoms kann auch die Dokumentation des Sehnervenkopfes (Papille) gehören. Dabei wird eine Photographie der Papille mit einer speziellen Kamera (Funduskamera) angefertigt. Die Grösse und Färbung der Sehnerven, sowie das Gefäßbild können damit festgehalten werden. Dies ist wichtig für die Verlaufskontrolle.

- normale Papille

- ausgehöhlte Papille
Grafik mit freundlicher Genehmigung Dr. Klein, Duisburg
Biomikroskopische Untersuchung des vorderen Auges
Eine wertvolle Ergänzung ist die Untersuchung des vorderen Auges mit einer speziellen Kamera. Dabei werden die räumlichen anatomischen Verhältnisse der vorderen Augenkammer vermessen. Dies ist wichtig zur Unterscheidung verschiedener Glaukomformen (Weitwinkelglaukom/Engwinkelglaukom).

- normale Vorderkammer
Hornhautdickenmessung (Pachymetrie):
Alle Messmethoden zur Ermittlung des Augeninnendrucks werden mit geeichten Geräten durchgeführt. Die gemessenen Druckwerte basieren auf einer durchschnittlichen Hornhautdicke (550 Micrometer). Weichen die Werte der Hornhaut deutlich ab, sollte das Messresultat nach unten oder oben korrigiert werden (Dresdner Tabelle).
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