Offenwinkelglaukom, primäresEngwinkelglaukom,akuter Glaukomanfallprimäres kongenitales (angeborenes) Glaukom- Sekundärglaukom (im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen)

Offenwinkelglaukom

Dies ist die häufigste bekannte Form eines Grünen Stars. Bei dieser Glaukomform besteht eine Störung des Abflusses der Flüssigkeit aus dem Auge. Warum dieser Abfluss gestört ist, ist noch nicht hinreichend geklärt, es handelt sich aber nicht um eine simple „Verstopfung der Abflusskanäle“, sondern um eine komplexe, biochemische Störung. Der Augeninnendruck ist hier meist nur mäßig, aber dafür ständig erhöht. Diese Form des Grünen Stars wird erst bei Vorhandensein eines ausgeprägten Schadens, das heisst nach langjährigem, unerkanntem Bestehen vom Patienten bemerkt. Dies ist der Grund dafür, dass spätestens ab dem 40. Lebensjahr der Augendruck von einem Augenarzt gemessen werden sollte.

Engwinkelglaukom

Durch einen verkürzten Bau des Auges (ein Auge ist normalerweise etwa 23 Millimeter lang), oder eine zunehmende Verdickung der eigenen Linse (Katarakt) kann es zur Einengung des Kammerwinkels und damit zu einer mechanischen Behinderung des Kammerwasserabflusses und damit zu einer Augendruckerhöhung kommen. Dies ist also eine grundsätzlich andere Form der Augendruckerhöhung als bei einem Offenwinkelglaukom, bei dem nicht eine mechanische, sondern eine biochemische Störung des Kammerwasserabflusses vorliegt.

Glaukomanfall

Kommt es zur völligen, mechanischen Verlegung des Kammerwinkels in einer Engwinkelsituation, steigt der Augeninnendruck innerhalb weniger Stunden stark an, und zwar bis zur Höhe des mittleren Blutdrucks (bis über 70 mm Hg). In dieser Situation besteht eine akute Durchblutungsstörung des Auges mit hoher Erblindungsgefahr. Es kommt zu sehr starken Schmerzen, Sehverschlechterung, Übelkeit bis zum Erbrechen. Das Auge ist stark gerötet und fühlt sich steinhart an.

In diesem Falle muss der Druck sofort mit Medikamenten, Laserbehandlung oder einer Operation gesenkt werden. Eine Redewendung unter Augenärzten „über einem Glaukomanfall darf die Sonne nicht untergehen“, das bedeutet, dass hier nicht gewartet werden darf.

Um einen Glaukomanfall zu vermeiden, kann bei Patienten mit einer Engwinkelsituation durch eine kleine Laserbehandlung (oder eine kleine Operation) die Gefahr eines solchen Anfalls signifikant vermindert werden. Dabei wird im Rahmen einer ambulanten Untersuchung mit einem dünnen Laserstrahl eine kleine Öffnung in der peripheren Regenbogenhaut gesetzt (Iridektomie). Damit entsteht ein Bypass durch den das Kammerwasser über einen zweiten Weg (nicht nur durch die Pupille zu den Abflusswegen gelangt.

 
Angeborenes Glaukom

Der Augendruck kann schon bei Neugeborenen zu hoch sein. Oft wird erst spät bemerkt, dass der Augendruck zu hoch ist. Manchmal fällt das Kind durch besonders große (vermeintlich schöne Augen) auf. Zusätzlich kann es zu einer Hornhautrübung und Lichtscheu kommen. Eine genaue Abklärung ist nur durch eine genaue augenärztliche Untersuchung (eventuell in Narkose) möglich.

Sekundärglaukome

Als Sekundärglaukome bezeichnet man eine Augendruckerhöhung als Folge anderer Erkrankungen oder Verletzungen. Am häufigsten finden sich Sekundärglaukome bei

  • diabetischer Retinopathie
  • nach einer Durchblutungsstörung der Netzhaut
  • bei Entzündungen der Regenbogenhaut
  • nach Verletzungen und Operationen
  • nach längerer Kortisonbehandlung