Je nach Glaukomform stehen uns verschiedene Strategien der Behandlung zur Verfügung. Bei allen Glaukomformen mit Ausnahme des Glaukomanfalls wird zunächst eine Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen durchgeführt. Seit den 1990er Jahren stehen uns eine Reihe sehr wirksamer Medikamente zur Verfügung. Durch die Einführung dieser Medikamente ist die Zahl der Glaukomoperationen in den letzten Jahren um etwa 90% zurückgegangen. Das bedeutet, dass heute der Grossteil der Patienten mit Grünem Star nicht mehr operiert werden muss. Wenn die Drucksenkung mit einem Augentropfen nicht ausreichend wirkt, können diese Augentropfen auch miteinander kombiniert werden. Falls auch eine Kombinationstherapie den Augendruck nicht ausreichend senkt, stehen invasive Methoden wie zum Beispiel Laserbehandlungen oder Operationen zur Verfügung.

Laserbehandlung bei Glaukom

Mit einem Laser können thermische Effekte im Bereich des Kammerwinkels gesetzt, und dadurch eine Abflussverbesserung des Kammerwassers erreicht werden. Diese Behandlung hat keine nennenswerten Nebenwirkungen. Durch dieses Verfahren kann der Augendruck für die Dauer von etwa 2-3 Jahren um ungefähr 25% gesenkt werden. Zur Verfügung stehen zwei verschiedene Lasermethoden: die Argon-Lasertrabekuloplastik (ALT), und die selektive Lasertrabekuloplastik (SLT).

Eine invasivere Form der Laserbehandlung ist die Cyclophotokoagulation. Dabei werden mit einem Laserstrahl punktförmig diejenigen Zellen im Auge zerstört, welche das Kammerwasser bilden. Dies ist ein destruktives Verfahren, welches sehr vorsichtig angewandt wird. Das bedeutet, dass hier oft mehrere Sitzungen nötig sind, um die gewünschte Drucksenkung zu erreichen. Es muss hier deshalb vorsichtig gelasert werden, da im Falle einer zu starken Laserbehandlung das Auge nicht mehr genug Flüssigkeit produziert – es beginnt zu schrumpfen und zu erblinden.

Glaukomoperationen

Eine Glaukomoperation wird erst notwendig, wenn mit Medikamenten oder Laserbehandlungen keine befriedigende Drucksenkung herbeigeführt werden kann. Wie bereits erwähnt, ist die Zahl der Glaukomoperationen in den letzten Jahren dank der Einführung sehr potenter, drucksenkender Tropfen um ungefähr 90% zurückgegangen.

Sollte eine Operation dennoch nötig werden, wird am häufigsten eine "fistulierende Operation" durchgeführt. Dabei wird eine künstliche Verbindung „eine Fistel“ zwischen dem Augeninneren und dem Raum zwischen der Bindhaut und der Lederhaut geschaffen. Das Auge mag aber derartige „Löcher“ nicht. Im Rahmen der Wundheilung vernarben diese Ventile in vielen Fällen – der Effekt der Operation wird zunichte gemacht. Je jünger der Patient zum Zeitpunkt der Operation ist, desto schneller geht diese Fistel wieder zu. Daher kommt die Rede im Volksmund „einen Grünen Star kann man nicht operieren“. Man kann ihn schon operieren, der Effekt hält aber oft nicht lange an. Dies gilt auch heute noch. Obwohl uns einige „Tricks“ zur Verfügung stehen, die Wundheilung zu verzögern, sind die Ergebnisse noch lange nicht so, wie wir sie uns wünschen.

Grafik mit freundlicher Genehmigung Dr. Klein, Duisburg